
Michael Jackson ist über ein Jahr tot. Deutschland ist nicht Weltmeister. Und die Dorfband hat einen Keyboarder.
Okay, das ist vielleicht ein etwas sehr kurz zusammengefasster Rückblick für das Jahr 2010 – doch alleine über den letztgenannten Punkt könnte ich an dieser Stelle mehrere DIN A 4 Seiten Papier befüllen. Ohne unseren Keyboarder Menki wäre 2010 einfach ein normales Jahr gewesen, das mit dem Kauf eines neuen Kalenders im Mülleimer gelandet wäre und es hätte sich nur eingereiht in die nebligen Antwortmöglichkeiten auf eine zukünftige “wann war eigentlich…”-Frage. Doch 2010 wird die Dorfband so schnell nicht vergessen.
Neben der offensichtlichen personellen Frischzellenkur und dem damit verbundenen Wind, der durch den Proberaum und die Bühnen des Landkreises gefegt ist wie Sebastian Vettel durch Abu Dhabi, gab es, während die Erde einmal mehr langsam die Sonne umkreiste, diverse Highlights im Bandleben der Crackerjacks. So wurde das Programm mitgliedsbedingt ein wenig aus der gitarrenlastigen Ecke des musikalischen Potpurri gezogen, aufpoliert und erweitert, was sich gleichermaßen negativ auf die Ausarbeitung einer einem Abend angemessenen Setlist auswirkt – dieses Vorhaben ist nämlich mittlerweile zu einem unzähmbaren Tetris-Clon mutiert. Welches Stück passt wann, welche Stücke gehören zusammen, wie lang ist ein Set, auf welche Stücke müssen wir in Hinblick auf temporale Limitationen verzichten? Luxusprobleme eben.
Die Herausforderung der Erstellung einer ultimativen, unumstößlichen Setlist (schöne Grüße an Utopia) wurde unter Berücksichtigung eines weiteren annualen Glanzlichtes intensiviert – noch in keinem anderen vergangenen Jahr konnte die Dorfband auf so viele Auftritte zurückblicken wie in diesem. Und 2010 war wirklich alles dabei – von Auftritten vor 20 Leuten auf viel zu kleinen, mit grünem Plüsch überzogenen Euro-Paletten-Untergründen bis hin zu face-to-face-Bühnen mit zeitlich verschobenem Band-Battle-Charakter – und das weitgehend in einem kräftezehrenden wöchtenlichen Intervall.
Wirft man das personelle Wachstum mit dem angenommenen Angebot an Auftritten zusammen in einen Topf, würzt das ganze noch mit der persönlichen Weiterentwicklung der gesamten Belegschaft, gibt die sich ständig gedeihende technische Ausrüstung der Band dazu und serviert dies an Pellkartoffeln und dem Lernen durch Fehlentscheidungen, erhält man ein wohlschmeckendes Gericht mit dem Namen “Progression”, das in der Speisekarte eines Nobelrestaurants mit Live-Musik die Unterschrift “Die Dorfband wächst über sich hinaus” tragen sollte.
Zum Nachtisch empfehlen wir unseren ganzen Stolz: “A Bang For The Buck”, die erste CD der Dorfband Crackerjacks. Die Vorbereitungen für dieses Meisterwerk dauerten dabei fast länger als das eigentliche Einspielen der auf digitale Weiterverarbeitung wartenden Spuren – alle Grundgerüste der 13 Titel wurden an einem einzigen Tag aus den Intrumenten gezaubert und in den Wochen danach von unserem Bassisten Jörg zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk produziert.
2010 war wegweisend für die Dorfband und ihren weiteren Werdegang. Ziele, die vor einigen Jahren sogar intern noch müde belächelt wurden, sind mittlerweile in greifbare Reichweite gerückt und geben eine zwangsläufige, unumstößliche und logische Richtung vor. Ich freue mich darauf, diesen Weg mit meinen Freunden, die gleichzeitig meine Bandkollegen sind, gehen zu dürfen und bin stolz, mich einen Crackerjack nennen zu können. Und keine Angst – wir nehmen euch, unsere “Fans” und An-uns-Glauber, mit auf unsere Reise, denn ihr seid diejenigen, die uns erst in die Lage versetzen, einen Fuß vor den anderen zu setzen.
Basti